Antiken Graniglia

Graniglia-Platten:

Ursprung und Entwicklung eines Materials

Die Ursprünge von Graniglia sind älter als man sich vorstellen kann.

Was heute als Graniglia oder unter dem historischen Namen „Venezianischer Terrazzo“ bekannt ist, ist ein Material, das schon im antiken Griechenland verwendet wurde. Durch die römische Herrschaft ist Graniglia dann auch in Italien bekannt geworden.

Anfangs war Graniglia nichts anderes als gemahlener Cotto, der aus Demolierungen oder Bearbeitungsabfällen stammen konnte und in der Mischung mit einem Kalkbindemittel ein ziemlich festes und vielseitiges Agglomerat bildete.

Dass später kleine Marmorteilchen eingearbeitet wurden, ist wahrscheinlich auf ästhetische Gründe zurückzuführen. Im Laufe der Zeit lernte man aber seine Dauerhaftigkeit und Abriebfestigkeit zu schätzen und es wurde deshalb zu einem der meistverwendeten Materialien für Bodengestaltungen.

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Den Höhepunkt seines Gebrauches erlebte Graniglia im 19. Jahrhundert und genau an diese Zeit inspiriert sich das in unserer Vorstellung konsolidierte Konzept der antiken Graniglia, deren Haupteigenschaft jene grobe Körnung und eine unregelmäßige Formgebung der Platten war.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann man dann, die Graniglia-Platten durch eine feinere Körnung und eine regelmäßige Formgebung den Dekoren im Liberty-Stil anzupassen.

Die Verbreitung von Graniglia ist stark mit den Dekorationsstilen der Architektur in Europa verbunden, aber nicht nur: In Italien ist sie auch eng mit der Wohnarchitektur der 50er und 60er Jahre verbunden, in denen dieses Material gerade wegen seiner Dekorationseigenschaften und Dauerhaftigkeit in bevorzugter Weise für die Böden von Apartments und Villen eingesetzt wurde.

Die Produktion dieses Materials hat sich im Laufe der Jahrhunderte wenig verändert: Manchmal wird als Bindemittel noch hydraulischer Kalk verwendet, auch wenn man heute Portlandzemente mit kontrollierter Schwindung vorzieht, mit denen das Endergebnis schneller erreicht wird.

Später wurden aus produktionswirtschaftlichen Gründen die Formate der Platten standardisiert, wobei das Format 20×20 cm als meistverwendetes Format die Verbreitung von Graniglia erheblich erhöht hat.

Heute bleibt Graniglia nur deshalb „antik“, weil sich das Material an der Tradition inspiriert, denn Forschung und neue Materialien haben zu seiner Verbesserung geführt und seine technischen und dekorativen Leistungen erhöht.